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Krafttraining ab 50: Warum es nie zu spät ist

Krafttraining ab 50: Warum es nie zu spät ist

calendar_today 29. July 2025 | schedule 4 Min. Lesezeit | Trainer Tips & Advice

Letzte Aktualisierung: 29. Juli 2025

„Dafür bin ich zu alt.” Diesen Satz hören wir im Studio regelmässig — meistens von Menschen zwischen 50 und 70, die eigentlich genau wissen, dass Bewegung ihnen guttun würde. Die gute Nachricht: Die Forschung sagt ziemlich eindeutig das Gegenteil. Muskeln reagieren auch mit 60 oder 70 noch auf Trainingsreize. Was sich ändert, ist nicht die Fähigkeit zuzulegen — sondern wie klug man anfangen sollte.

Was ab 50 im Körper tatsächlich passiert

Ab etwa dem 30. Lebensjahr verliert der Mensch ohne gezieltes Training kontinuierlich Muskelmasse. Der Prozess läuft langsam und unauffällig, beschleunigt sich aber ab etwa 50 spürbar. Das Tückische daran: Man merkt es zuerst nicht am Spiegel, sondern an Alltagsdingen. Die Einkaufstasche wird schwerer. Das Aufstehen vom Stuhl braucht plötzlich Schwung. Treppen werden zum Thema.

Parallel nimmt die Knochendichte ab, und das Gleichgewicht wird unsicherer. Diese drei Entwicklungen hängen zusammen — und sie lassen sich alle drei durch dieselbe Massnahme beeinflussen: Krafttraining. Nicht Spazieren, nicht ausschliesslich Velofahren. Muskeln brauchen Widerstand, um zu bleiben.

Was die offiziellen Empfehlungen sagen

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen 150 bis 300 Minuten moderate Bewegung pro Woche plus an mindestens zwei Tagen kräftigende Übungen für alle grossen Muskelgruppen.[1] Für Menschen ab 65 kommt eine Empfehlung dazu, die oft übersehen wird: Gleichgewichts- und Krafttraining an drei oder mehr Tagen pro Woche, ausdrücklich zur Sturzprävention.

Die Bewegungsempfehlungen für die Schweiz gehen in dieselbe Richtung.[2] Bemerkenswert ist, was dort nicht steht: eine Altersobergrenze. Es gibt kein Alter, ab dem Krafttraining nicht mehr sinnvoll wäre.

Die drei Fehler, die wir am häufigsten sehen

  • Zu vorsichtig. Viele trainieren jahrelang mit Gewichten, die keinen Reiz mehr setzen. Der Muskel wächst nur, wenn er gefordert wird — kontrolliert, aber fordernd. Ein Gewicht, bei dem die letzten zwei Wiederholungen wirklich anstrengend sind, ist richtig.
  • Nur Ausdauer. Wandern und Velofahren sind wunderbar für Herz und Kreislauf, halten aber die Muskulatur nicht. Wer nur Ausdauer macht, verliert weiter an Kraft.
  • Warten auf den perfekten Moment. Nach der Hüft-OP, nach dem Umzug, nach den Ferien. Der Moment kommt nicht. Der Einstieg ist in fast jeder Lebenslage möglich — er sieht nur unterschiedlich aus.

Wie ein sinnvoller Einstieg aussieht

Zwei Einheiten pro Woche reichen für den Anfang völlig. Die ersten Wochen gehören der Technik, nicht dem Gewicht — an geführten Maschinen lernt man Bewegungsmuster sicherer als mit freien Hanteln. Wichtig sind die grossen Muskelgruppen: Beine, Rücken, Brust, Rumpf. Bizeps-Isolation ist nett, aber sie hilft nicht beim Aufstehen vom Stuhl.

Was wir Einsteigerinnen und Einsteigern in diesem Alter besonders ans Herz legen: lassen Sie sich einweisen. Nicht, weil es kompliziert wäre, sondern weil eine saubere Ausführung von Anfang an den Unterschied macht zwischen „tut gut” und „tut weh”. Wer eine Vorgeschichte mit Knie, Rücken oder Schulter hat, sollte das vorab ansprechen — dann wird angepasst statt vermieden.

Was sich realistisch verändert

Kraftzuwächse zeigen sich meist nach drei bis vier Wochen, weil der Körper zuerst lernt, vorhandene Muskelfasern besser anzusteuern. Sichtbare und spürbare Veränderungen im Alltag — sicherer auf den Beinen, weniger Rückenbeschwerden beim Sitzen, mehr Ausdauer beim Wandern — brauchen typischerweise zwei bis drei Monate.

Was viele überrascht: Der grösste Gewinn ist selten optisch. Es ist die Selbstverständlichkeit, mit der Alltagsdinge wieder funktionieren.

Häufige Fragen

Ist Krafttraining mit 65 nicht gefährlich?
Bei sauberer Technik und angepasster Belastung ist es eines der sichersten Trainings überhaupt — und es senkt nachweislich das Sturzrisiko. Gefährlich ist eher der Muskelabbau durch Nichtstun.

Ich hatte einen Bandscheibenvorfall. Geht das trotzdem?
In den allermeisten Fällen ja, oft sogar besonders sinnvoll — aber nicht auf eigene Faust. Sprechen Sie das bei der Einführung an, und klären Sie es bei akuten Beschwerden vorgängig ärztlich ab.

Wie lange dauert eine Einheit?
45 bis 60 Minuten inklusive Aufwärmen. Mehr ist am Anfang nicht besser.

Wo Sie anfangen können

Im laSuite an der Zürichstrasse 33 in Luzern trainieren Menschen von Anfang zwanzig bis weit über siebzig — oft nebeneinander an denselben Geräten. Das Studio ist rund um die Uhr geöffnet, was gerade für Menschen mit unregelmässigem Tagesablauf oder für alle, die lieber in ruhigen Randzeiten trainieren, ein Unterschied ist. Einen Eindruck bekommen Sie auf der Seite Das Studio, die Konditionen finden Sie unter Preise.

Wenn Sie unsicher sind, ob und wie der Einstieg für Sie funktioniert: Melden Sie sich über Kontakt. Wir schauen uns gemeinsam an, wo Sie stehen.


Über den Autor

Das Team vom laSuite Fitnessclub, Luzern. Wir betreuen an der Zürichstrasse 33 Einsteigerinnen und Einsteiger, Wiedereinsteiger und ambitionierte Sportlerinnen und Sportler — rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Krafttraining, Prävention und Physiotherapie unter einem Dach. Fragen? Schreiben Sie uns.

Quellen

  1. World Health Organization: Physical activity – Fact sheet (u. a. Kraft- und Gleichgewichtstraining ab 65).
  2. Bundesamt für Sport BASPO / Netzwerk HEPA Schweiz: Bewegungsempfehlungen für die Schweiz.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei bestehenden Beschwerden oder Vorerkrankungen klären Sie den Trainingsstart bitte vorgängig ärztlich ab.

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